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Sondergutachten auch durch Fliegerarzt

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Das LBA hat mit einem Schreiben vom 1. Februar 2005 die fraglichen Verfahrensanweisungen nach §24c der LuftVZO ersatzlos gestrichen und damit die Anerkennung von Sachverständigen mit sofortiger Wirkung widerrufen. Damit können jetzt auch Fliegerärzte der Klasse 1 Sonderbegutachtungen durchführen.

Leider zeigt die Praxis, dass die „zuständigen Stellen“ (Luftämter bzw. RP) die Betroffenen immer noch zu den „Medizinischen Zentren“ (AMC) schicken. Ohne den Einwand der Betroffenen wird sich daran auch nicht viel ändern.

JAR-Contra liegt ein Schreiben des MdB Rainer Arnold vor, in dem er die freie Wahl der begutachtenden Stelle bestätigt:

„...Sollte Ihnen die beauftragte Institution nicht angenehm sein, können Sie dies ihrer zuständigen Luftfahrtbehörde mitteilen. Es ist dann möglich eine andere Institution für diese Untersuchung zu bestimmen. „

Besteht also gegenüber dem des Luftamtes oder RP's auf eine Begutachtung durch einen Fliegerarzt Klasse 1 in eurer Nähe. (Vielleicht hat Euer Fliegerarzt sogar eine derartige Anerkennung.) Sollte der zuständige Sachbearbeiter dem nicht zustimmen, verlangt die Aussprache mit dem Amtsleiter. Auch wir stehen für Informationen gerne zur Verfügung.

Von der Möglichkeit der Begutachtung durch Fliegerärte der Klasse 1 sollte auf jeden Fall Gebrauch gemacht werden um die Kapazitäten der AMC's für Piloten der gewerblichen Luftfahrt frei zu halten.

Auch erreichen uns Hinweise, die auf mangelhafte Leistung und Service von einzelnen AMC's schließen lassen.



Update:

Bei einem Gespräch letzte Woche mit dem Luftamt, wegen Farbfehlsichtigkeit eines Fliegerkameraden erhielt ich folgende Auskünfte.

Die Vereinfachungen auf Seite www.aeromed.de zum Thema Farbensehen sagen nur aus, daß durch die zuständige Stelle auf Überprüfung im AMC verzichtet werden kann, nicht muß. Das Luftamt ordnet somit trotzdem eine Überprüfung beim AMC Fürstenfeldbruck an. Allerdings nur die Augensache und hier nach Aktenlage. Das heißt mein Fliegerkamerad muß nicht dort hin, es werden lediglich die Augenarztbefunde überprüft und ein Gutachten erstellt. Kosten voraussichtlich: Fliegerarzt ca. 120,00 Euro, AMC ca. 100,00 Euro und Luftamt für Medical ca. 50,00 Euro. Auf die Erhebung der Verwaltungsgebühr von 240,00 bis 900,00 kann evtl. verzichtet werden.

Mein Einwand, das kann doch auch ein Fliegerarzt Klasse 1 wurde wie folgt beantwortet.

Die Beauftragung von Fliegerärzten überlassen die Bayerischen Luftämter dem AMC Fürstenfeldbruck, falls deren Kapazität nicht ausreichen sollte. Von den Luftämtern selbst gehen die Gutachterfälle erst mal an das AMC. Das entspräche einer Vereinbahrung, die die Bundesländer nach dem Fall des AMC-Monopoles getroffen hätten. Wenn Klasse 1 Fliegerärzte durch das Luftamt/RP beauftragt würden, käme es zu individuellen Bevorzugungen oder Benachteiligungen. Das will man vermeiden.

Der Einwand mit der Besitzstandswahrung wurde dahingehend beantwortet, dass hier nur die Rechte der bisherigen Lizenz bis zu deren Ablauf gemeint sei. Danach gibt es nur noch die neue Lizenz mit der dazu gehörigen Tauglichkeitsforderung. Wenn die Sichtweise in anderen Bundesländer anders sein sollte ist das nicht richtig.

Fazit:
AMC-Monopol ist gefallen, das ist den Luftämtern/RP aber im Großen und Ganzen egal. Die verfahren weiterhin nach dem eingefahrenen Muster.

Es bleibt hier wieder einmal beim Piloten, sein Recht einen ihm genehmen Gutachter zu bestimmen, bei der zuständigen Stelle durchzufechten.

Daß es sich bei dem Problem meines Fliegerkameraden um keinen Einzelfall handelt geht auch aus einem Gästebucheintrag beim Fliegerarztverband hervor. Siehe hierzu www.fliegerarztverband.de

ez

Zuletzt aktualisiert am Dienstag, 13. September 2005 um 16:59 Uhr