Europäische Statistik führt Medical ad Absurdum

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Die Argumentation für die strengen Tauglichkeitskriterien JAR-FCL 3 (deutsch) wird durch keine Statistik gedeckt. Die Argumentation dagegen gleich durch zwei. Bisher lag die AOPA-Studie aus den USA vor, aus welcher klar hervorgeht, dass Medicals die Sicherheit nicht erhöhen. Das Verkehrsministerium und der Bundestag stellten mangels Statistik Vermutungen an (Zu Frage 1.), oder behaupten, daß die Verhältnisse in den USA nicht mit den Europäischen übereinstimmen müssten. Es gibt nun aber auch aus Frankreich eine Studie mit demselben Ergebnis wie in den USA

Und den Wert z.B. der AOPA Studie zu schmälern, werden von hochoffizieller Seite daher mangels eigenem Material wilde Vermutungen angestellt. Wie hier z.B. von Herrn Wittmann im BMVBW, nämlich daß Statistische Aussagen zum Zusammenhang zwischen Tauglichkeitsuntersuchungen und Unfallhäufigkeit für den Bereich des Segelflugs dem Bundestag nicht bekannt sind, aber wegen der in Deutschland glücklicherweise generell geringen Unfallzahlen kei­nen Sinn machen. Selbst Vergleiche mit Ländern, die überhaupt keine Tauglichkeitsuntersu­chungen - in Abweichung von Standards und Empfehlungen der Internationalen Or­ganisation für Zivilluftfahrt (ICAO) - kennen, würden wegen der statistisch nicht ver­wertbaren geringen Unfallzahlen keine verlässlichen Aussagen ermöglichen.
Wie das zu verstehen ist, darüber kann man lange nachdenken. Wird dadurch legitimiert, daß man hierzulande gar keine Statistik über einen wichtigen Aspekt angelegt hat?

Und so mutmaßt Herr Wittmann immer skuriler, ein abgebrochenes Fahrwerk, man halte sich fest, kann selbstverständlich gesundheitliche Ursachen haben, die man eben nur nicht erfasst. Womöglich sind die abgebrochenen Fahrwerke gar nicht unterdimensioniert, litt der Pilot stattdessen möglicherweise an Vogelgrippe?

Die Diskussion darüber wurde nun durch einen von Patrick Faucheron entdeckten Bericht nun wieder neu eröffnet. Wir hoffen nach den Ausscheiden von Herrn Wittmann aus dem BMVBW, nun in sinnigere Bahnen. Der 30-seitige "Rapport Senator Belot" vergleicht die Unfallzahlen zwischen zulassungspflichtigen Sportflugzeugen und Sportflugzeugen ohne Zulassung (ULs) und ohne Medical.

Im Zeitraum der Aufzeichnung (2000-2004) ereigneten sich in Frankreich auf den zulassungspflichtigen Sportflugzeugen gut dreimal mehr Todesfälle (!) und auch knapp dreimal so viele Flugunfälle als auf den nicht-zulassungspflichten Luftfahrzeugen. Dies bedeutet also, dass in dem Bereich, in welchem sowohl Mensch noch Fluggeräte keiner unsinnigen staatlichen Regulierung unterworfen sind, die Unfallzahlen weit geringer sind. Ein klarer Sieg für die Eigenverantwortung und eine Ohrfeige für jegliche staatliche Regulierung durch Stellen, die meist kaum Kenntnis von der Materie haben.

Somit ist dieser Rapport ein erneutes klares Indiz dafür, dass sinnlose Überregulierungen wie durch JAR FCL 3 in der allgemeinen Luftfahrt völlig sinnlos ist, und der von Jar Contra längstens geforderte Abbau an Bürokratie, übrigens auch durch den Petitionsauschuss des Bundestags bestätigt, dringend überfällig ist.

Zuletzt aktualisiert am Freitag, 27. April 2007 um 19:05 Uhr