"Lust am Leben wecken"

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Soeben in den Nachrichten brachte es ein Wissenschaftler auf den Punkt. Im Zusammenhang mit der zunehmenden Gewalt an deutschen Schulen gab er den o.g. Satz zum Besten.

Aber die Schule ist nicht der einzige Ort, an denen unseren jungen Menschen Gewalt widerfährt. Hier ein ein Bericht eines Schülers, nennen wir ihn Sven, dem Gewalt zu Teil geworden ist.

Und das schlimmste ist, gegen diese Art der Gewalt kann er sich nicht einmal mit Fäusten und Füßen wehren. Aber lest selber:


Durch einen „Tag der offenen Tür“ im Sommer 2003 wurde mein Interesse am Flugsport geweckt. Nach einigen Gaststarts habe ich mich erst mal als passives Mitglied angemeldet. Es war bereits September und die Saison so gut wie vorbei.

Pünktlich zum Saisonbeginn habe ich mich im April bei einem neuen Fliegerarzt in Rees gemeldet. Dieser diagnostizierte eine Fehlsichtigkeit außerhalb Grezwerte von JAR-FCL 3. Eines meiner Augen benötigt eine Korrektur von -5,25 Dioptrien. (Grenzwert +/- 5,00 Diptrien bei der Erstuntersuchung!). Mein Sehvermögen mit Brille ist ausgezeichnet und innerhalb der Grenzwerte.

Der Fliegerarzt stellte er die Situation ganz einfach da, man müsste nur bei der Bezirksregierung einen Antrag stellen. Daraufhin habe ich einen Termin bei dem vom Fliegerarzt ernannten Augenarzt vereinbart. Dort wurden die oben genannten Werte bestätigt, diese Werte habe ich bereits seit über 2 ½ Jahren.

Mit dem Untersuchungsbericht vom Augenarzt bin ich dann zur medizinischen Untersuchung zum Fliegerarzt gegangen. Dieser musste mir nach der Untersuchung die Untauglichkeit ausstellen, aufgrund meiner Sehschwäche. Er sagte mir, ich solle direkt bei der Bezirksregierung Düsseldorf Einspruch erheben und mich auf die Bemerkung „JAR FCL 3.340 Sehvermögen Dioptrien >-5 <-8“ beziehen.

Dies tat ich aber erst nach einem Telefonat mit der Bezirksregierung Düsseldorf. Auf die Frage welche Kosten auf mich zu kommen können, wurde mir nur gesagt 200 – 900 EUR. Mit dieser Aussage war ich alles andere als zufrieden. So wären 200 EUR für mich vertretbar, hingehen eine Summe von bis zu 900 EUR nicht mehr.

Ich stellte trotzdem Einspruch gegen die Untauglichkeit, habe aber im selben Schreiben darum gebeten mir mitzuteilen welche Kosten genau anfallen. Da der mir genannte Kostenrahmen, mir keine Entscheidung über das Verfahren zugelassen hat.

Nach über einem Monat wurde mir mitgeteilt, das mein Antrag auf Überprüfung der Tauglichkeit nun zum Luftfahrt-Bundesamt (LBA) geschickt wurde. Da dort die Überprüfung der Tauglichkeit bei Erstuntersuchungen vorgenommen werde.

Daraufhin habe ich telefonisch versucht beim LBA was über Kosten ausfindig zu machen. Am Telefon sagte man mir wieder nur das Kosten von 200 – 900 EUR anfallen können, aber das für die tatsächliche Abrechnung das AMC zuständig sei! In meinem Fall das AMC-Köln.

Somit nahm ich telefonisch Kontakt mit dem AMC-Köln auf. Dort wurde ich das erste mal über reale Kosten informiert und zwar 250 EUR für die erneute Augenuntersuchung und 50 EUR für das Tauglichkeitszeugnis. Diese 50 EUR würde aber vom LBA berechnet werden. Ich frag mich nur, warum wusste das keiner am LBA!

Somit bin ich von Kosten in Höhe von 300 EUR ausgegangen und bin am 09.07.2004 zur erneuten Augenuntersuchung zum AMC-Köln gefahren. Nach dem die Untersuchung abgeschlossen war, wurde ich zum Leiter des flugmedizinischen Zentrums gebeten. Dieser informierte mich das nun alle Untersuchungen abgeschlossen seien und er die Ergebnisse prüfen und zur Kontrolle zu einem zweiten AMC schicken würde. Für diesen Verwaltungsaufwand wären noch einmal 100 – 150 EUR fällig. Ich fragte zwar warum ich das nicht im Vorfeld erfahren habe, willigte dann aber ein. Somit wäre ich also im maximal Fall schon bei 450 EUR gelandet.

Dies stellte für mich schon das absolute Limit da!!!

Tatsächlich wurde jetzt vom AMC-Köln für die Augenuntersuchung 235 EUR und für die Verwaltung 305 EUR abgerechnet. D.h. die Verwaltungsgebühr ist plötzlich doppelt so hoch wie angekündigt!

Aber es kam noch schlimmer: Nachdem nun alles vom AMC-Köln erledigt wurde waren meine Unterlagen wieder beim LBA. Ich fragte telefonisch nach, wie lange die Bearbeitung denn noch dauert. Es war kurz vor dem Fliegerurlaub und ich hätte gerne mit meiner Tauglichkeit daran teilgenommen.

Dort wurde mir mitgeteilt das es noch etwas dauert. Auf die Frage: „Es werden vom LBA doch nun nur noch 50 EUR für das Tauglichkeitszeugnis berechnet?“

Wurde mir plötzlich mitgeteilt, das es zusätzlich noch eine Verwaltungsgebühr in Höhe von 600 EUR vom LBA gibt.

Mir war sofort klar, dies ist viel zu teurer!

Auf die Frage, warum ich im Vorfeld nicht informiert wurde. Gab es keine vernünftige Antwort. Dies würde so in den Verordnungen stehen und da ließe sich nun mal nichts ändern.

So habe ich am 23.08.2004 zwar meine Tauglichkeit mit Sonderauflagen erhalten, aber gleichzeitig auch eine Rechnung in Höhe von 650 EUR.

Meine Tauglichkeit ist immer nur ein Jahr gültig und wurde auf den Tag der Erstuntersuchung rückdatiert! Somit läuft die Tauglichkeit bereits im April 2005 wieder aus.

Als Sonderauflage muss ich jedes Jahr eine Augenuntersuchung durchführen lassen. Ich befürchte diese jährliche Untersuchung ist wieder mit hohen Gebühren verbunden.

Gegen das LBA habe ich sofort in Absprache und Zusammenarbeit mit Segelflugverein Widerspruch eingelegt. Nach unserem ersten Schreiben habe ich ein Informations-Schreiben zur Abrechnungspauschale des LBA erhalten. Ich frage mich nur warum ich nicht vorher über diese Pauschale informiert wurde, in diesem Fall hätte ich das Verfahren überhaupt nicht durchgeführt.

In einem weiteren Schreiben haben wir nun u.a. mit einer Petition gedroht, allerdings noch keine Antwort erhalten. Dies war am 20.09.2004, bis heute keine Antwort.

Insgesamt habe ich jetzt Rechnungen in Höhe von 1.200 EUR vorliegen. Bekannt waren mir maximal 450 EUR und selbst in den ersten Aussagen der Bezirksregierung Düsseldorf und dem LBA war die Rede von 200 – 900 EUR!



In wohl keinem anderen Land würde Sven auf ein derartig disktriminierendes Verhalten der Behörden stoßen. Selbst nicht in Ländern in denen JAR-FCL3 umgesetzt ist.

Der Grund ist in erster Linie in der bewussten Falschübersetzung des Beurteilungskataloges JAR-FCL3 zu suchen. Aber auch die mittelalterliche Handhabung von Antidiskriminierungsgesetzen führt zu dieser modernen Form der Hexenverbrennung.

Sven ist intelligent und wird beruflich Karriere machen. Auch wird er sich seinen Traum von der Fliegerei, ohne behördliche Repressalien, erfüllen. Die große Frage ist nur, ob er nach seinem Studium dies in Deutschland machen wird!

Nachtrag:
Der von Konrad genannte Link zum klicken: "Weitere Fälle"

Zuletzt aktualisiert am Sonntag, 11. März 2007 um 12:52 Uhr