Stille erst mit dem Tod

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Am Ergebnis muss sich eine Dachorganisation wie der DAeC mit seinen Landesverbänden messen lassen, und das bei allen positiven Bemühungen seitens der von uns bezahlten Funktionäre. Das Ergebnis der bisherigen Lobbyarbeit sieht so aus, dass entgegen anderslautenden Beteuerungen die Besuche beim Fliegerarzt teurer geworden sind, zahlreiche Piloten mit konstantem Gesundheitszustand bereits heute nicht mehr fliegen dürfen und das der Segelflug in den Strudel eines Regelwerks geraten ist, das von denen, die es befolgen sollen, nicht verstanden werden kann.

Erst auf das Betreiben engagierter Piloten lässt sich nicht mehr leugnen, dass in Deutschland die denkbar ungünstigste Alternative gegangen wurde, während in den Niederlanden, Großbritannien und der Schweiz pragmatische Ansätze gewählt wurden. Und im Mutterland des Heimatschutzes, den USA, ist ein Führerscheinbesitzer automatisch für den Segelflug medizinisch tauglich.

In Gesprächen und Schriftwechseln mit Verantwortlichen in Exekutive und Legislative treten Auffassungen zu Tage, die hinsichtlich einer Lobbyarbeit des Luftsportes schlechthin jungfräulich sein müssen. Dem Segelflug eine Gefährdung der Allgemeinheit nachzusagen und aus einem irren Einzelfall die Notwendigkeit lückenloser behördlicher Überwachung herzuleiten, ist angesichts der realen Bedrohungen anderer Lebensrisiken außerhalb jeder vernünftigen Proportion.

Wäre die Lobbyarbeit von Zahlen, Daten und Fakten getrieben und hätte sie die Verantwortlichen erreicht, dann wären uns auch die aktuellen Gesetzesunglücke erspart geblieben. Ein Verband, der bisher bewusst auf die Information seiner Beitragszahler verzichtet, verdammt diese in die Rolle lähmender Passivität. Dann kann er sich doch nicht wirklich wundern, wenn die Basis, die die Ergebnisse ausbaden muss, vor schierem Schmerz aufschreit.

Es ist an der Zeit, entweder zügig Resultate vorzulegen oder sich Ohrenstöpsel im oberen Qualitätssegment zuzulegen. Denn JAR-FCL ist nur der Anfang. Der Fortfall der lebensnotwendigen Schnupperregelungen, Haftungsregelungen, Transponderpflicht, Luftraumnutzungsgebühren und die zukünftig einzuhaltenden Prozeduren bei Flugzeugreparaturen sind die nächsten Messlatten, an denen sich die Gemeinschaft der Segelflieger messen lassen wird.

Damit es niemand vergisst, sei auch dies ausgesprochen: Wenn nur eine dieser Hürden nicht erfolgreich genommen wird, ist der Segelflug in Deutschland nicht mehr vor dem Sterben zu bewahren. Erst mit dem Tode wird Stille eintreten.

Zuletzt aktualisiert am Freitag, 07. Dezember 2018 um 14:27 Uhr