Medizinische Überwachung nach JAR-FCL 3

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Mit Einführung der neuen LuftPersV im Mai 2003 werdeninternationale Richtlinien zur Luftfahrt(JAR-FCL=Joint Aviation Requirements - Flight Crew License)in deutsches Recht umgesetzt: Deutsches JAR FCL 3 Dokument beim LBA. Jede Nation ist gleichzeitig aufgerufen,im Rahmen der Harmonisierung Widersprüche zu anderen Vorschriften zu vermeiden.

So weit, so gut. Die in Deutschland etwas andere Auffassung zum Umgang mit deneigenen Bürgern führt auch hier dazu, dass der Gesetzgeber lieber etwas präziserbeschreibt, was genau in Ordnung ist und was nicht. Oder anders formuliert:Statt der in anderen Ländern vorherrschenden Verpflichtung zur Eigenverantwortungmuss der deutsche Pilot längere Texte lesen und dann anschließend (unterAbsonderung von Gebühren) fachkundigen Rat befolgen.

Übrigens: für Segelflieger ist in den USA keine besondere medizinische Überwachunggefordert, in Großbritannien überwacht der Hausarzt die Flugtauglichkeit.Deutsche Flugmediziner haben Regelwerke zu befolgen, die bis zur verwendetenSoftware und zu den für Untersuchungen erforderlichen InstrumentenFestlegungen trifft.

Von der Öffentlichkeit der Piloten unbemerkt und vom DAeC bisher nichtaktiv bekämpft (18 Monate nach der Einführung wurde im September 2004 einArbeitskreis gegründet, der die zukünftige Lobbyarbeit bestimmen soll)haben wir zu beachten:

In den Kommentaren aus dem Bundesverkehrsministerium wird davon ausgegangen,dass vom Piloten als leichtes Unwohlsein wahrgenommene Störuungen bereitsVorboten sicherheitsgefährdender Krankheiten und Ausfälle sein können.

Und noch ein Schmankerl zum Schluss: In den USA wurden in den vergangenen zehnahren laut der AOPA-Studie MEDICAL CERTIFICATION: DOES IT PREVENT ACCIDENTS? 609 Unfälle untersucht. Dabei hatte bei zwei Unfällen mangelnde Tauglichkeit einen Einfluss, das sind 0.36%. Der Europäische Verband der Ultraleichtflieger hat seit Beginn derUltraleichtfliegerei keine Erkenntnisse darüber, dass auch nur in einem einzigenFall mangelnde Tauglichkeit eine Rolle bei einem Unfall gespielt haben könnte.Selbst wenn zum Zeitpunkt eines Fluges ein körperlicher oder geistiger Mangel auftaucht,so ist nicht nachweissbar, dass dieser bei einer flugärztlichen Untersuchung bereitsentdeckt worden wäre.

Eine Möglichkeit sicherzustellen, dass nur gesunde Menschen fliegen, wäre also, vor und während eines jeden Fluges lückenlos durch einen Fliegerarzt die Tauglichkeit des Piloten zu überwachen. Denn schließlichkann ja bereits leichtes Unwohlsein (siehe oben...)

Zuletzt aktualisiert am Dienstag, 21. Februar 2006 um 22:31 Uhr