www.jar-contra.de

  • Schrift vergrößern
  • Standard-Schriftgröße
  • Schriftgröße verkleinern

Ministerium beharrt auf JAR-FCL 3

E-Mail Drucken PDF
Benutzerbewertung: / 6
SchwachPerfekt 

In einem Antwortschreiben an Rolf Schneider, hält das Bundesministerium an JAR FCL 3 fest. Man kann hier erkennen, dass in den Ministerien die Meinung herrscht, JAR FCL 3 sei nicht umfangreicher als die bisherige Regelung. Kein Wunder, wenn dazu die Verfasser dieser Verordnungen angehört werden.

Betreff: Verordnung zur Änderung luftrechtlicher Vorschriften über Anforderungen an Flugbesatzungen

Sehr geehrter Herr Schneider,


wie ich Ihnen bereits mitgeteilt hatte, haben wir mit dem Bundesministerium für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen Kontakt aufgenommen. Der zuständige Fachreferent teilte uns mit, dass dort bezüglich der Verordnung zur Änderung luftrechtlicher Vorschriften über Anforderungen an Flugbesatzungen mittlerweile sehr viele Anfragen vorliegen. Aus diesem Grund hat eine erste informelle Anhörung auf Bundesländerebene stattgefunden, in der die Auswirkungen der Verordnung nochmals erläutert wurden: Die Kriterien der JAR-FCL wurden nach mehrjähriger Erörterung in Zusammenarbeit mit europäischen Verbänden im Jahr 2000 verabschiedet und erst nach erneuter Abstimmung mit den Bundesländern und den nationalen Luftfahrtverbänden in Deutschland eingeführt. Dieses System enthält nach wie vor zwei verschiedene Tauglichkeitsklassen für gewerblich und nichtgewerblich tätigte Luftfahrzeugführer.

Der vermeintlichen Verschärfung der Tauglichkeitskriterien für alle nichtgewerblich tätigen Luftfahrzeugführer wurde von Seiten des Ministeriums dahingehend widersprochen, dass die Kriterien nur dann überprüft werden, wenn es vom zuständigen Arzt für erforderlich gehalten wird, d.h. wenn davon ausgegangen werden muss, dass eine Person aufgrund der gesundheitlichen Lage derzeit nicht flugtauglich ist. Dies entspricht somit einem geringeren Untersuchungsumfang als in der Vergangenheit, da es sich um eine sogenannte "wenn indiziert" Regelung handelt.

Die von Ihnen erwähnten unterschiedlichen Kriterien und die strengere Handhabung in Deutschland wurde ebenfalls angesprochen. Die flugmedizinischen Kriterien in den online casino Nachbarstaaten im Vergleich mit den in Deutschland geltenden Kriterien sind tatsächlich recht unterschiedlich. Eine Harmonisierung für diesen Bereich wird von der Europäischen Agentur für Flugsicherheit (EASA) in Angriff genommen. Eine Streichung der Tauglichkeitsuntersuchung für Luftsporttreibende kann von Seiten des Ministeriums jedoch nicht befürwortet werden, da Deutschland eines der am dichtest besiedelten Länder ist und sich die Anforderungen an das Luftfahrtpersonal insgesamt bewährt haben. Angesichts der derart großen Zahl von Privatfliegern in Deutschland ist mit einer lockereren Handhabung nicht zu rechnen.

Allerdings hat sich in der Praxis tatsächlich gezeigt, dass in einzelnen Fällen die Bearbeitung der Flugtauglichkeitsprüfung bei den zuständigen Stellen unverhältnismäßig lange gedauert hat; insbesondere dann, wenn nach Feststellung der Untauglichkeit eine neue Untersuchung notwendig war. Das Ministerium sucht derzeit mit dem Luftfahrt-Bundesamt nach einer Verbesserung des Verfahrens.

Wie mir das Ministerium mitteilte, werden in den kommenden Monaten weitere Gespräche auf Länderebene unter Einbeziehung der Fliegerartzverbände und der Bundesverbände geführt werden, um die Verordnung zu überprüfen und ggf. zu verbessern. In der Hoffnung, dass diese Ausführungen für Sie hilfreich waren, verbleibe ich bis auf weiteres.


mit freundlichen Grüßen Ilona Laschütza
Büro Dr. h. c. Susanne Kastner, MdB
Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages
Platz der Republik 1
11011 Berlin

Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, 24. Dezember 2015 um 02:34 Uhr